Diese del Gesù wird sehr intensiv gespielt. Eine Restaurierung war dringend nötig, vor allem der Klang hatte durch den intensiven Gebrauch an Präsenz und Fokus eingebüßt.
Ich ließ die Geige von vier Geigern probespielen, um einen Klangeindruck und mehrere Meinungen zu erhalten.
Bei der Firma Haidlmair Werkzeugbau im oberösterreichischen Nußbach wurde ein CT-Scan der Geige aufgenommen. Somit wusste ich schon vor dem Öffnen des Instrumentes über den Erhaltungszustand und die im Laufe der beinahe drei Jahrhunderte durchgeführten Reparaturen Bescheid.
Die Decke hatte zwei Bassbalkenrisse, die von außen geleimt und nicht belegt waren. Auf dem Foto sind Reste von herausgequollenem Leim gut erkennbar.
Die Risse hatten sich wieder geöffnet, weshalb eine Sanierung notwendig war. Zu diesem Zweck entfernte ich den Bassbalken.
Die Risse wurden vollständig geöffnet, gereinigt, wieder geleimt und belegt und anschließend an der Außenseite retuschiert.
Im Oberbügel befand sich eine sehr dünne Stelle in der Decke. Diese Stelle stabilisierte ich mit einem akustischen Beleg.
Anschließend passte ich den neue Bassbalken aus Haselfichte über die Belege ein.
Die Position des neuen Bassbalkens verschob ich ein wenig weiter nach außen, ich erhoffte mir dadurch eine deutliche Klangverbesserung.
Weil der Bassbalken die obere f-Lochkugel dadurch minimal überlappte, versah ich den Bassbalken an dieser Stelle mit einem Cutout.
Abgesehen von den beiden Bassbalkenrissen wurden noch weitere alte Decken- und Zargenrisse saniert und optisch verbessert.
Anschliesend bekam die del Gesu einen venezianischen Stimmstock und einen neuen Meistersteg verpasst.
Die vier Geiger, die das Instrument vor der Restaurierung gespielt hatten, nahmen sich wieder Zeit, die frisch restaurierte del Gesù auf Herz und Nieren zu prüfen. Sie waren alle vom Ergebnis erstaunt und begeistert.
Jetzt wird die del Gesù ihrem großen Namen wieder gerecht.






